Inspiriert durch Dominik, welcher ja erzählt hatte, das HU im Bereich um NL50 recht fischig sein soll, wollte ich dies einen Tag auch mal ausprobieren. Bei PokerStars also die Heads-Up Tables rausgesucht, einen NL100, einen NL50. Was da dann jedoch abgelaufen ist, das war schon nicht mehr schön. Obwohl ein Großteil der Gegner wirklich durchschaubar gespielt haben, wollte es einfach nicht so richtig laufen - haufenweise Suckouts etc. - kennt man zwar, bei einem “Neuversuch” ist soetwas trotzdem schade.
Zwar ist meine Erinnerung an die verschiedenen subjektiv gefärbt, trotzdem würde ich im Nachhinein sagen, dass ich nicht allzu viel Scheisse gebaut habe. Vielleicht habe ich teilweise versucht zu oft Moves zu machen und mir die falschen Spots ausgesucht (gegen eine Straight ist soetwas nicht empfehlenswert…), aber an und für sich habe ich meiner Meinung nach größtenteils recht solide gespielt. Leider habe ich keine wirklich guten Artikel zum Thema Heads-Up gefunden. Die Artikel auf den einschlägigen Seiten drehen sich meist um das Heads-Up am Ende eines großen Turniers. Da man in dieser Situation jedoch shortstacked am Tisch sitzt und nur nach ICM spielt, pusht etc. sitze ich beim normalen Heads-Up Spiel ja deepstacked am Tisch und spiele völlig anders. Falls jemand dort interessante Artikel oder ähnliches hat, immer her damit!
Was mich an Heads-Up noch stört ist die Tatsache, dass man nur so wenig Tische spielt. Klar, man spiel relativ viele Hände pro Tisch pro Stunde. Daran liegt es auch nicht. Vielmehr ist es die Tatsache, dass man alles genaustens mitbekommt. Klar, muss man ja auch, da Heads-Up davon lebt, dass man sich auf seinen Gegner einstellt und dementsprechend spielt. Leider bekommt man auch die Bad Beats in vollem Umfang mit, was mich persönlich dann schon das ein oder andere Mal leicht aufregen kann - gepaart mit der Dummheit des Gegners kann so ein Bad Beat dann schon ziemlich scheisse sein. Normalerweise spiele ich ja No-Limit 6max. Wenn ich da an meinen 8-10 Tischen spiele, kriege ich die heftigen Beats meistens eher am Rande mit und kann mich bloß kurz darüber ärgern, weil ich sowieso schon am nächsten Tisch wieder eine Aktion tätigen muss. Hier gehe ich nicht so intensiv auf meine Gegner ein, ist auch gar nicht nötig. Reads bekomme ich durch vereinzelte Aktionen und meine Stats, einen Read, bestehend aus allen gespielten Hände ist einfach nicht nötig. Dadurch sinkt meine Aufmerksamkeit bezüglich der einzelnen Aktionen, wodurch ich auch nicht so konzentriert auf die Beats bin. Bei Heads-Up ist das alles umgekehrt und irgendwie gefällt mir da der Stil eines Shorthanded Spieles besser…
Das Ende meiner Heads-Up Session? Nun, am Ende war es nicht so schlimm wie es klingt, aber irgendwie sagt mir Heads-Up trotzdem nicht so sehr zu. 150$ hab ich an den Tischen gelassen. Was solls, demnächst werde ich das Geld an anderen Tischen (keine Heads-Up!) sicherlich wieder rein holen!